Katwijks Museum

Hans von Bartels (1856-1913), Maler unter Fischern

10 Juli 2018 bis 10 November 2018

Hans von Bartels reiste am 10. Juli 1887 zum ersten Mal nach Katwijk aan Zee. Er wohnte in einem Häuschen am Eerste Duinpad, mit wenig Komfort und ohne fließend Wasser. Es war sehr warm mit wenig Wind und einer spiegelglatten See. Von Bartels war sehr enttäuscht. Einen Aufenthalt an der Küste hatte er sich doch anders vorgestellt. Er entdeckte jedoch etwas anderes, nämlich Einwohner in farbenträchtigen Trachten. Dieser ersten Begegnung folgte 1891 eine zweite, wonach Von Bartels bis zu seinem Tode jedes Jahr nach Katwijk zurückkehrte.

Ab dem Jahre 1885 konnten Künstler, die Katwijk besuchten, unter anderem in dem am Nordboulevard gelegenen, vornehmen Hotel Du Rhin unterkommen. Das Hotel hatte vier Ateliers, wo die Maler ihre Werke auch ausstellen und verkaufen konnten. Von Bartels jedoch zog es vor, bei Leuten aus der Bevölkerung zu wohnen. Auf diese Weise hatte er eine Verbindung zu den Katwijkern und erfuhr er ihr hartes Leben aus nächster Nähe. Wir sehen bei Von Bartels daher auch keine romantischen Szenen, sondern die tägliche, harte Realität, die das Leben der Fischer prägte. Ein gutes und eindringliches Beispiel ist das Gemälde ‚Frauen von holländischen Fischern warten auf die Heimkehr’. Sein Motto war: ‚Was man sieht, kann man auch malen, gesetzt den Fall, man hat den Blick dafür und kann malen’.

Hans von Bartels besuchte auch andere Künstlerdörfer, sowohl in den Niederlanden als auch woanders in Europa. So ging er 1893 nach Volendam, auch ein unter Künstlern beliebtes Fischerdorf. 1900 malte er Ölbilder von Fischern rundum den Fischereihafen und den Fischabschlag in IJmuiden.

1908 besuchte er die Insel Urk, wo er und seine Familie im Hause des Bürgermeisters unterkamen. Da die Urker Fischer auf See waren, malte Von Bartels strickende Frauen und Mädchen in und rundum das Haus.

Im Jahre 1909 reiste er von Katwijk aus in die Bretagne, wo er in Saint-Guénolé ein zweites Katwijk fand. Er malte dort Leute, die Seetang ernteten, die am Meer gelegene Kirche La Chapelle Notre Dame de la Joie und die jährliche maritime Prozession. Obwohl Bartels stets auf Reisen war, blieb München sein Zuhause.

Die Ausstellung umfasst circa achtzig Werke, einen Großteil seines Oeuvres. Angefangen bei kleinen Studien in Öl bis hin zu großen, in Gouache ausgeführten Hauptgemälden, die Von Bartels in seinem Atelier in München oder in einem der vorher genannten Orte anfertigte. Die Bilder stammen vor allem aus Privatsammlungen.

Beim Verlag WBOOKS erscheint ein dazugehöriger, 144 Seiten umfassender Katalog. In vier Essays beschreiben Karlijn de Jong, Annemarie Kingmans-Claas, Elisabeth Oost und André Groeneveld das Leben und die Arbeiten des Künstlers. Alle Gemälde der Ausstellung sind in dem Buch in Farbe abgedruckt.


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