Katwijks Museum

Das Museum Katwijk

Katwijk und die Fischerei

Jahrhundertelang haben die Einwohner von Katwijk aan Zee mit der Fischerei auf der Nordsee ihr Brot verdient. Man weiß, dass dies bereits im Mittelalter so war. Da Katwijk keinen Hafen hatte, fischte man mit Plattbodenbooten, die man auf den Strand ziehen konnte. Anfangs war das ein ‚Visserspinck‘, später entwickelte man die ‚Bomschuit‘. Da man vom Fischen allein oft nicht leben konnte, verdiente man nebenher seinen Lebensunterhalt mit dem Verschiffen von Fracht, aber auch mit Schmuggel.

Die Entwicklung der Fischerboote

Nachdem im Jahre 1850 das Verbot, Heringe auszunehmen (Ndd.kaaken) für die Fischerdörfer Katwijk, Scheveningen, Noordwijk und Egmond aufgehoben war, blühte die Fischerei langsam auf. Hatte man 1850 ungefähr 30 Schiffe, um 1900 waren es bereits 70. Dabei spielte die Heringfischerei eine immer größere Rolle. Beim Fischen mit Treibnetzen fuhr man bis zu den Shetlandinseln. Zwischen 1895 und 1915 wurden die plumpen Plattböden durch Segellogger ersetzt. Diese hatten einen Kiel und konnten ausgezeichnet segeln, erforderten jedoch einen Hafen. Scheveningen hatte bereits 1904 einen Seehafen. Katwijk musste in die Häfen von IJmuiden, Vlaardingen und Maassluis ausweichen. Von dort aus transportierte man die Ladung mit Binnenschiffen nach Katwijk. Die Bemannung reiste mit dem Zug, Lastwagen oder Bus. In 1916 bestand die Katwijker Flotte aus ungefähr 130 Segelschiffen.

Das Museum Katwijk

Schiffseigner

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen hatte es die Fischerei sehr schwer. Viele Reedereien mussten in der Krisenzeit Konkurs anmelden und ihre Schiffe aufs Trockene legen. Diejenigen die übrig blieben, investierten in ihre Segellogger und bauten einen Motor ein. Dadurch waren sie weniger vom Wind abhängig. In den Dreißigerjahren wurde ein Teil der an Land liegenden Flotte an Schiffsführer verkauft, die sich selbstständig machen wollten. Dies war der Beginn der sogenannten Schiffseigner. Der Rest der Flotte endete in Skandinavien, wo man die Boote als Frachtschiffe einsetzte.

Die Nachkriegsjahre

Während der deutschen Besetzung wurde ein Teil der Flotte beschlagnahmt. Ein Teil wurde nach dem Krieg wiedergefunden. In den ersten Nachkriegsjahren war die herkömmliche Fischerei sehr lukrativ. Nach 1955 fischte man jedoch immer mehr mit Motortrawlern, die mit Grundschleppnetzen ausgestattet waren. Außerdem wurde die Verarbeitung der Heringe stark verbessert. Die Heringfischerei mit Treibnetzen gehörte immer mehr der Vergangenheit an. Auf den meist veralteten Schiffen fehlte zudem ausreichend Besatzung. 1965 war diese Art der Fischerei so gut wie vorbei. Demzufolge hatten auch der Transport per Binnenschiff und das Netzflicken in den Dünen ein Ende.

Kein eigener Seehafen

Die Gruppe der Schiffseigner wuchs nach 1950 schnell. Jeder, der den Mut dazu hatte, konnte sich selbstständig machen. 1965 zählte die Katwijker Flotte mehr als 180 Schiffe. Und das ohne eigenen Hafen! Der Ruf nach einem eigenen Seehafen blieb jedoch bestehen. 1950 zog man sogar nach Den Haag, um dem Ministerpräsidenten persönlich die Notwendigkeit eines eigenen Hafens nahezulegen. Leider erfolglos. 1963 unternahm man erneut einen Versuch. Doch der Heimathafen für Katwijk wurde definitiv IJmuiden. Obwohl die Zahl der Schiffe nach 1970 drastisch zurückging, war Katwijk noch immer ein wichtiger Fischerort. Als der Hafen in IJmuiden privatisiert wurde, wurde die Gemeinde Katwijk ein wichtiger Teilhaber des neuen Seehafens. Schließlich war der Hafen seit Jahrzehnten der Heimathafen der Katwijker Flotte.

Noch immer ist ein Teil der Katwijker Bevölkerung von der Fischerei abhängig. Obwohl die Flotte nur noch aus ungefähr zehn modernen Schiffen besteht, erlebt die Ausbildung für die Fischerei derzeit wieder einen Aufschwung. Durch die Adern der Katwijker strömt nun einmal Fischerblut.

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